Autor: admin_enzo (Seite 1 von 4)

Besuch in der Villa Kunterbunt

Besuch in der Villa Kunterbunt

Was finden wir am Ende des Himmels? Wohin fliegt eine Rakete? Dreht sich die Erde um die Sonne oder die Sonne um die Erde? Solche neugierige und wissenschaftlichen Fragen tauchten bei einigen unserer Kinder auf. So entschlossen sie sich, einiges über das Weltall erfahren zu wollen.

Wir informierten uns im Internet, lasen in Bücher, bastelten, experimentierten und spielten das Weltall. Doch der Höhepunkt dieses Projektes war der Besuch der Bellheimer Sternwarte in Vertretung von Herrn Kühnle. An diesem späten Nachmittag erfuhren die Kinder sehr viel über unseren Mond. Mit vielen, an die Wand gebiemten, Bildern und Experimenten konnte den Kindern der Mond näher gebracht werden. Sie erfuhren etwas über die Konstellation von Sonne, Mond und Erde, über die Beschaffenheit des Mondes, über die Entstehung der Mondkrater und über die erste Mondlandung.

Zum Abschluß gingen wir in den Garten, in dem ein großes Fernrohr aufgebaut war. Jedes Kind durfte durchschauen und konnte somit das zuvor Gehörte besser nachvollziehen. Mit viel Faszination schauten sie immer wieder durch das Fernrohr und stellten fest , dass man auf diese Weise sogar die Mondkratzer zählen konnte. Wir möchten uns nochmals bedanken, dass uns die Bellheimer Sternwarten eine schönen, spannenden und interessanten Nachmittag gestaltet hat.

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mit Freundliche Gehnemigung des Amtsblatt Bellheim

Besuch in der Kindertagesstätte Raupe Nimmersatt

Vortrag in der Kindertagesstätte Raupe Nimmersatt in Lingenfeld

Am Mo., 30.01.2012 war es wieder einmal soweit – diesmal warteten 16 Kinder der Kindertagesstätte Raupe Nimmersatt in Lingenfeld gespannt auf den Start eine Gedankenreise, die sie mit hinaus zu den Sternen nehmen sollte.

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Ganz so weit führten die beiden Amateurastronomen Enzo Pignatelli und Thorsten Kuehle von der Sternwarte Bellheim ihre kleinen Begleiter aber nicht hinaus – Ziel war unser nächster Nachbar im All, der Mond. Mit vielen Bildern und Versuchen entdeckten die kleinen begeisterten Astronomen tatkräftig, warum der Mond unterschiedliche Lichtphasen zeigt und wie die Mondkrater entstanden, erkannten fasziniert, warum der Mond weniger wiegt als die Erde und staunten über die ersten Menschen auf dem Mond.

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Auch wenn uns diesmal der Himmel leider mit seinen Wolken den geplanten Abschluß, nämlich den eigenen Blick durchs Fernrohr verwehrte, war es für uns ein schöner Nachmittag – und weil die Beobachtung noch aussteht, wurden die Kinder eingeladen, mit ihren Eltern einmal zur Sternwarte zu kommen und das Versäumte nachzuholen.

T.A.N. 2016 Nachlese

Bericht vom 10. TAN 2016 auf dem Taubensuhl

Zum 10. Mal war es soweit: Das familiäre Treffen „Taubensuhler Astronomische Nächte“ fand vom 1. bis 3. April 2016 auf dem Taubensuhl im Herzen der Südpfalz statt.

Und wie es sich für solch einen Anlass gehört, war der Wetterbericht im Vorfeld hervorragend. Freitags wohl noch eine Eingewöhnungsphase, aber Samstags dann sonnig, warm und Nachts klar.

Ausgerichtet wurde das TAN wie bewährt von der Astronomischen Vereinigung Südpfalz e.V. Der Verein ist aus der Sternwarte Bellheim hervorgegangen und betreibt diese.

Aus Anlass des Jubiläums hatten wir halbe Eintrittspreise und eine Tombola im Angebot. Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich bei den Sponsoren Bresser, Astroshop und Baader Planetarium, sowie Spacewalk-Teleskope und dem Teleskopladen für die großzügige Unterstützung.

Am Freitag fanden sich dann schon recht früh die Stammgäste ein. Der positive Wetterbericht änderte sich, wie wir im Nachhinein feststellen konnten, wegen eines Sahara-Sandsturm, fast stündlich – leider nicht zum Besten. Ein klein wenig Beobachtung war auf der Wiese möglich, aber leider hielt die Sicht nicht lange.

Somit konnten die Astronomen zwischen Beobachtungswiese und der Waldwerkstatt wechseln, wo sie von unserem Team hervorragend mit Speis und Trank versorgt wurden. An dieser Stelle super herzlichen Dank an unser Cateringteam Tom, Steffi und Petra. So kann man dann auch frustrierendes Wetter aushalten 

Am Samstag war eigentlich Sonne angesagt, so dass die verschiedenen h-alpha- oder Baaderfolien-Teleskope gierig auf den Einsatz warteten. Und sie warteten….   Leider sollte es dabei bleiben.

So blieb noch die Hoffnung auf eine zumindest teilweise klare Nacht.
Die Zeit bis dahin konnten die ca. 35 Besucher des TANs für spannende Vorträge nutzen. Es gab drei Vorträge von zum Teil zum „Inventar“ des TAN gehörenden Expertinnen und Experten. Im Einzelnen lauschten wir und diskutierten wir mit folgenden Personen zu den aufgezeigten Themen:

Den Anfang machte Helge Baer von der Geo-Station Eifel und unser „gefühltes Ehrenmitglied“. Er entführte uns gewohnt humorvoll und fesselnd in das Thema:Curiosity auf dem Mars – Geologische Ergebnisse“

In seinem Bildervortrag zeigte er Parallelen der Planetengeologie des Mars und der Erde auf. Es gelang ihm zwar nicht, grüne Männchen zu zeigen, aber sehr viele Detailaufnahmen auf dem Mars. So stellte er z.B. anhand dunkler Bereiche auf den Fotos das Vorkommen von Basaltaschen bei der Landestelle fest. Die Sonde ist seit 4 Jahren unterwegs – zum Aeolis Mons. Durch Vergleiche mit dem Mauna Kea auf Hawaii zeigten sich vergangene vulkanische Aktivitäten auf dem Mars.

Weiterhin wurden Sedimente sowie vulkanische Gänge, mit der Helges Heimat Eifel vergleichbar, entdeckt. Die Strukturen weisen auf Wasser und Staub = Schlamm in den Ritzen hin.
Unter der obersten roten Schicht ist die Oberfläche des Mars eigentlich grau. Es sind kleine runde Kiesel vorhanden (Konglomerate). Was schließen wir und Helge daraus? Rund geht natürlich nur mit Wasser.
Proben der Sonde haben sehr viel Eisen, Magnesium und Silikate festgestellt.
Auf der Oberfläche befinden sich Mineraladern, diese sind vergleichbar mit Steinen an Flüssen auf der Erde. Die Atmosphäre besteht zu einem sehr großem Teil aus Kohlendioxid und hat einen Druck von 7 mbar. Man hat auch Methan gefunden. Woher kommt das? Gibt es Kühe auf dem Mars oder hat es doch einen chemischen Ursprung?
Diese Frage bleibt offen.

Die Yellowknife Bay deutet auf einen Bachlauf mit 4m Breite hin. Summa summarum ist sehr viel Parallelität mit der Erde festzustellen und es gab Wasser in großen Mengen auf dem Mars.

Wir dürfen gespannt sein, wie es mit der Mission weitergeht und freuen uns auf einen Update zu diesem oder einem anderen Thema von Helge Baer beim 11. TAN in 2017. Mehr Details findet man auf www.marspages.eu

Den Anwesenden blieb nach diesem tollen Vortrag, den Helge mit Exponaten untermalte, nicht mehr sehr viel Zeit zum Verdauen der Materie. Der nächste Vortrag bahnte sich an:

Dr. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg fesselte und mit „Neuem aus der Welt der Exoplaneten.“

Zum Einsteig stellte sie den aktuellen Status Quo dar:
Es sind ca. 2000 Exoplaneten bekannt. Die IAU hat beschlossen, den Exoplaneten Namen zu geben. So heißt zum Beispiel „55 Cancri e“ nun „Janssen“ und der Stern 55 Cancri „Kopernikus“. An diesem Beispiel (8-fache Erdmasse, doppelter Durchmesser, 2400/1100 Grad, 40Lj,Gestein, Atmosphäre mit Wasserstoff) wird dargestellt, wie man die Daten ermittelt. Das Beispiel ist deshalb relevant, weil ein solcher Planet sehr außergewöhnlich ist.

Nun stellten sich die Teilnehmer die Fragen

Woher weiß man das? Wie entdeckt man die?

Carolin lieferte umfassende Antworten inkl. Hintergründe und wissenschaftlichen Belegen. Einige Beispiele:
* Wenn Planeten selbst leuchten, weil sie z.B. jung sind, kann man im Infrarot Nachweise finden.
Die Gravitationswirkung des Planeten auf den Stern kann man über Astrometrie messen.
Anhand der keplerschen Gesetze kann man anhand der Schwankung Berechnungen anstellen. Allerdings nicht sehr präzise.
Mit Gaia wird es möglich sein, auch unter einer Millibogensekunde Nachweise von Planeten zu bekommen. Damit hatte Carolin auch den Link zum Vortrag von Dr. Ulrich Bastian beim letzten TAN hergestellt.
Weitere Methoden mittels der Spektroskopie (Dopplereffekt) werden anschaulich dargestellt Die Verschiebung der Wellenlänge ist auch in den Frauhofer-Linien sichtbar, wenn ein Planet sich auf uns zu oder wegbewegt. Der Dopplereffekt kommt vom Stern.
51 pegasi 5 hat eine Entfernung von 0,05 AE bei 4,3 Tagen Umlauf und ca. 1000 Grad. Die Masse ist 0,47 x Jupiter (m sin i = 0,47 M(J)). Das führt die Frage auf: Wie passt das zu gängigen Planetenentstehungs-Theorien?
Eine weitere Methode ist die Radialgeschwindigkeitskurve. Mit all ihren Unwägbarkeiten.

Durch verschiedene parametrierbare Simulationen wird die Präsentation aufgelockert und auch für Laien anschaulich dargestellt.

Abschließend anhand einiger Statistiken ging Carolin auf die Transitmethode ein, die den Durchbruch in der Planetenforschung gebracht hat.

Durch Planetentransits kann man durch die Lichtreflektion (Albeido) auf die Atmosphäre schließen.

Zur Abrundung des klasse Vortrags werden noch diverse Alternativen zum Entdecken von erdähnlichen Planeten angerissen: Größerer Stern, Planet weiter weg; kleiner Stern (brauner Zwerg), Planet näher dran; Atmosphäre. Wichtig ist, dass es keine gebundene Rotation gibt.

Alles mit dem Ziel: Auf der Suche nach einem erdähnllichen Planeten in einer habitablen Zone.

Im Nu war die Zeit vergangen und die Teilnehmer hatten eine kleine Pause verdient.

Den Abschluss bildete Christian Busch, auch bekannt als ambitionierter Hersteller von hochwertigen Teleskopen. Er referierte sehr informativ und ausführlich über Doppelsterne und DeepSky Objekte in diversen Katalogen. Dabei hatte er eine wunderbare Präsentation mit vielen Bildern dabei, die man verbal schlecht beschreiben kann.

Bei dem Autor dieser Zeilen ist unter anderem hängen geblieben, dass es neben M, NGC und IC noch einige weitere Kataloge mit interessanten Beoachtungsobjekten gibt. Christian fokussierte sich auf Objekte für Teleskope jenseits der 10 Zoll, die damit dem geneigten Autor und seinem billigen 8-Zöller verborgen bleiben. Allerdings nicht den meisten Teilnehmern, die den lebhaften und sehr persönlichen Vortrag als Input für den Beobachtungsabend nahmen…

… der dann leider nicht stattfand, da es kaum klare Momente in der Nacht gab. Wir konnten daher nur mit bloßem Auge einige Minuten beobachten. Wenigstens waren Jupiter, und einige Sterne kurz zu klar zu sehen. Außerdem hatten wir eine Sternschnuppe, einen Iridium flare und einen sehr langen und hellen Durchgang der ISS in den wenigen Minuten einigermaßen klaren Himmels zu sehen.

Aber es gab noch ein Highlight: Die Tombola. Glücksfee Petra zog die Preise, jeder Teilnehmer hat einen Preis gewonnen. Von kleinen Bastelbögen über Solar-MP3-Player, Solarrucksäcken , kleinen Bresser-Ferngläsern für Kinder ging es weiter über FirstScopes (Tischnewtons), einem Bresser-Hunter-Set bis zu einem sehr wertigen Zelt. Dank der Sponsoren Bresser, astroshop und Baader Planetarium gab es das eine oder andere glückliche Gesicht. Außerdem wurde vom Teleskopladen eine flatfield-Folie zur Verfügung gestellt. Auch Christian Busch mit spacewalk-Telescopes stellte einen Gutschein zur Teleskop-Vermessung zur Verfügung.

Da der Himmel leider immer noch nicht mitspielen wollte, standen schließlich am Samstag Abend in geselliger Atmosphäre Fachkunde und nette Gespräche auf der Agenda.

Am Sonntag nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es dann: Packen und auf Wiedersehen beim TAN 2017.

Fotos sind in unsere Gallerie zu finden: Hier

Ein Vortrag steht übrigens schon fest: Unser regelmäßiger Teilnehmer Wolfgang H. möchte über seine Erfahrungen zur Tageslicht-Astronomie berichten.

Wir freuen uns sehr darauf!

T.A.N. 2015

Rückblick auf das 9. TAN vom 17. bis 19. April 2015 auf dem Taubensuhl in der Pfalz

Nach bislang durchwachsenen Wetterprognosen war klar: Das TAN kann auf zumindest eine klare Nacht hoffen. Mit dem Sonnenschein ging es bereits freitags los, so dass am frühen Nachmittag schon einige Stammgäste in der Waldwerkstatt auftauchten.

Schliesslich hatten wir diesmal schon am Freitag ein Highlight anzubieten: Dr. Ulrich Bastian von der GAIA Mission zur Vermessung der Milchstraße gab den Besuchern des TAN die Ehre. Er war der Einladung von zwei engagierten Mitgliedern der Sternwarte Bellheim gefolgt und hatte einen Vortag von ca. 45 Minuten geplant.
Kaum jemand hat wohl gemerkt, dass am Ende seines sehr informativen, detaillierten und fachlich fundierten Vortrags über 2 Stunden vergangen waren. So sehr gelang es Herrn Bastian, die anwesenden Gäste des TAN zu fesseln. Parallaxen wurden dabei ebenso diskutiert, wie Fotosensorik und Messmathematik. Also ein sehr gelungener Einstieg.
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Die Beobachter unter uns wurden aber auf die Probe gestellt, erst gegen 3 Uhr gab es einen klaren Himmel. Der Autor dieser Zeilen und wohl die Mehrzahl der Gäste lag um diese Zeit aber in den Federn und wartete auf den Samstag.

Mittlerweile kamen noch einige Besucher nach. In Gänze waren ca. 50 Teilnehmer beim TAN dabei. Die „Hardware“ war bunt gemischt und reichte vom kleinen Kunststoffrohr-Teleskop bis zum 20“ Dobson. Auch einige Sonneteleskope waren vertreten. Denn die Sonne gab sich ab und zu die Ehre, und speziell am Samstag nachmittag war sie mit vielen Flecken, Protuberanzen und Flares zu beobachten. Auch war eine große dunkle Fläche zu beobachten.

In der Zwischenzeit gab es aber weitere Vorträge. Der zweite Referent, Helge Baer, mit seinem viel erwarteten Vortrag zu Rosetta war leider kurzfristig ausgefallen. Wir freuen uns daher auf ihn in 2016 :)

Weiter im Programm ging es mit Jochen Kunz zu einem interessanten Praxisvortrag. Er zeigte anhand verschiedenen Exponate auf, was man alles mit Resten, günstigen Komponenten und 3D-Druckern im Rahmen „pimp my scope“ anstellen kann. Wir waren erstaunt und begeistert, was da alles möglich ist. Leider sprengt ein ordentlicher 3D Drucker derzeit unseren finanziellen Rahmen :)

Weiter ging es mit Christian Busch mit dem mittlerweile zur rocket science gewordenen Thema „Wetterprognosen für Amateurastronomen“. Auch sein Vortrag war lebendig und informativ. So blieb am Ende noch eine Frage offen: Warum eigentlich nicht in die Wolkenbeobachtung einsteigen? Die Ausrüstung hierzu hätten wir ja.

Den Abschluss der Vorträge bildete Dr. Hilmar Geitlinger. Im Anschluss an seinen Vortrag vom letzten Jahr, bei dem er über seine Doppelsternwarte sprach, enthüllte er diesmal gewohnt witzig und unterhaltsam die Fortsetzung des Projekts. Wir dürfen gespannt sein, was er noch so in petto hat.
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Es näherte sich also die Beobachtungsnacht. Der Himmel war vielversprechend, so dass im Laufe der Nacht die Teilnehmer auf der gut gefüllten Wiese des Taubensuhl mit tollen Anblicken von Objekten belohnt wurden. Auch die eine oder andere nicht so bekannte Beobachtung wurde gemacht. Galaxien, Nebel, Doppelsterne, Kohlenstoffsterne, Nadeln, Planeten und Monde standen auf den Beobachtungslisten. Nicht geplant, aber um so schön, war ein Bolide, dessen nachglimmen für mehr als 30 Sekunden auch die beeindruckte, die ihn gerade nicht gesehen hatten.

So wurde es eine lange Nacht, in der die Teilnehmer sich in der Waldwerkstatt aufwärmen konnten. Abgrundet wurde das Treffen in familiärer Atmosphäre durch das Frühstück am Sonntag. Eine sehr gute Bewirtung rund um die Uhr zu hervorragenden Preisen wurde vom Team der Sternwarte Bellheim sichergestellt.

Nun bleibt noch ein DANKE an alle Helfer, insbesondere unsere beiden Ladies, und Teilnehmer für ein sehr gelungenes 9. TAN. Die Teilnehmer sind zum großen Teil mittlerweile Stammgäste und sehr schnell bildet sich die „TAN-Familie“. Das soll auch so bleiben, denn wir schätzen diese familiäre Atmosphäre weit weg von Massentourismus und Event-Management.


Geplanter Termin 2016 :08.04.-10.04.2016

Noch mehr Fotos gibt es in unseren Fotoalbum

Sonnenfinsternis 20.03.2015

Nachdem unsere letzten vier Beobachtungsabende – dem lieben „Wettergott“ sei Dank – abgesagt werden mussten, hat er zum ersten Großereignis des Jahres 2015, der partiellen Sonnenfinsternis, ein Einsehen mit uns gehabt.

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Über den gesamten Zeitraum der Sonnenfinsternis haben wir schönstes Wetter gehabt. Leider konnte die Veranstaltung nicht direkt an der Sternwarte stattfinden, da dort die Sicht nach Osten durch Bäume behindert ist.

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Wir sind daher auf einen Feldweg zwischen Bellheim und Rülzheim ausgewichen und ca. 40 Interessierte haben uns während der 2 Stunden, die die Finsternis gedauert hat, besucht.

Weitere Fotos gibt es in unserer Foto-Galerie.

Der SWR mit seinem Wetterreporter hat uns ebenfalls einen Besuch abgestattet, das Video gibt es hier zu sehen.

Zeitraffer Aufnahme

 

T.A.N. 2014

TAN 2014 – zum 8. Mal trifft sich die Astro-Szene auf dem Taubensuhl in der Südpfalz

Die Sternwarte Bellheim e.V. hatte eingeladen, und Hobbyastronomen von Dortmund bis zum Südschwarzwald, vom Saarland bis Erlangen und von der Kurzpfalz bis zum Allgäu sind gekommen. Das TAN begann diesmal schon am 1. Mai, um die Anreise am Feiertag zu ermöglichen und den Brückentag zu nutzen. Bis zu 50 Personen, darunter auch Jugendgruppen und Nachwuchsastronomen brachten ihre Teleskope mit. Auch hier war  vom 20 EUR Baumarktteleskop bis 20 Zoll Dobson alles vertreten.

Der Start war etwas zäh, da am Donnerstag noch stark bewölkt war. Aber später am Abend riss dann der Himmel für eine Stunde auf, so dass erste Beobachtungen möglich waren. Danach war aber leider eine Durchhaltephase angesagt, da am Freitag leider Wolken und Regen meinten, sie müssten das TAN dominieren. Der Stimmung tat dies wenig Abbruch und Geselligkeit sowie Grillmöglichkeiten gaben den Fachgesprächen unter den Besuchern einen würdigen Rahmen.

Am Samstag beruhigte sich das Wetter so nach und nach. Am Nachmittag standen die Vorträge auf dem Programm.

Den Anfang machte Hilmar Geitlinger mit einem launigen und sehr humorvollen Vortrag zur Sternwarte Schönau. Dem geneigten Publikum blieb eine gewisse Parallele zu Doppelsternen nicht verborgen.

Ihm folgte „Wolli“ mit einem augenzwinkernden Vortrag zur Geschichte der Mikroskopie mit ihren Raster-Elektronen-Mikroskope und anderen diametralen Optiken zu den sonst angebotenen Teleskopen.

Den Abschluss bot Alex Kerste und seiner mit vielen schönen Fotos angereicherte Präsentation zu der a.de-Reise zu den Hurtigrouten und den Polarlichtern.

Nach den Vorträgen konnte die Sonne die Astronomen mit den Sonnenteleskopen begeistern. Auch hier hatten wir von Lunt LS35 über LS60 bis zu einem gepimpten Vixen einige Geräte für h-alpha, aber auch Weisslicht-Beobachtung einige Teilnehmer mit Solaris-Fieber. Und das lohnte sich, einige außergewöhnliche Protuberanzen waren zu sehen.

Und dann war es so weit, die Wiese füllte sich und die Nacht wurde klar! Bei sehr gutem Seeing ging es dann von 22 Uhr bis zum Sonnenaufgang für die ca. 50 Teilnehmer weiter. Einige „Ohhh“ und „Ahhh“ waren zu hören, so mancher entdeckte neue Deep Sky Objekte oder bekannte Objekte am Teleskop des Nachbarn neu. Viele Galaxien und Nebel, Sternhaufen und Doppelsterne, aber auch der gute alte Jupiter und der Mars mit seiner Polkappe waren im Fokus. Eine super Nacht mit vielen Möglichkeiten.

Am nächsten Morgen war dann Perry Black mit einer Auswahl an Lunts (LS60, LS80 und LS152) gekommen und das sorgte dann für weiteres Erstaunen, auch bei den vorbeiziehenden Spaziergängern.

Für Kost und Logis war wie immer durch das Orgteam der Sternwarte Bellheim e.V. gesorgt.

Wir bedanken und bei allen Teilnehmern und dem Team für das harmonische und tolle TAN. Bis zum nächsten Jahr auf dem Taubensuhl!

Ein Weiteres Bericht vom TAN2014 findet man auf die Homepage von Thomas Klotzbücher

Vorrausichtlichen Termin 2015:  17.04.-19.04.2015

Fotos sind in unseren Album zu sehen.

„Pimp the Mak“

Skywatcher Maksutov 127

Pimp the MAK“

Immer wieder ist von guten optischen Eigenschaften dieses Maks zu lesen. Auf der Suche nach einem transportablen Gerät reifte darum die Idee, das selbst zu testen. Natürlich wollte ich auch wissen, wie das Gerät gebaut ist – die „chinesische Lösung“ ist ja berühmt-berüchtigt. Überraschenderweise gab es dazu im Netz wenig. Schließlich fanden sich zwei Berichte über Optimierungen, die mir Anregung und Vorlage waren. Mein ausdrücklicher Dank geht daher an Wolf  mit seinen Berichten auf der VDS-Seite und Norbert (alias NGC_2024 bei A.de). Die beiden haben mit ihren Ideen die Vorarbeit geleistet, alles Wichtige gesagt und mich überzeugt, es selbst zu versuchen. Hier mein Nachbaubericht dazu.

Das Auseinandernehmen

1. Die Meniskuslinse mit Sekundärspiegel (Gregory-Bauweise, d.h. aufgedampft) ist mittels Gewinde am Tubus befestigt und läßt sich problemlos herunterschrauben.

2. Das hintere Tubusende ist mit einer gewölbten (bei den aktuellen Modellen weiß lackierten) Metallplatte verschlossen. Zwischen Abschlußplatte und Tubus ist ein Gummiring eingespannt. In der Platte befinden sich sechs Öffnungen mit Gewinde für die (Inbus-) Justierschrauben sowie der Fokussierer. Die großen Schrauben sind die Zug schrauben.

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Man löst zuerst die Justierschrauben ein wenig ! ( N icht herausdrehen!) Dadurch lockert sich die Platte, der Gummiring fällt heraus und man kann die Platte nun drehen.

Erstes „Achtung!“

Die Abschlußplatte ist nicht der Hauptspiegelträger! Sie ist nur über die drei Zugschrauben mit dem Spiegelträger verbunden, der im Tubusinneren in einem Gewinde steckt und herausgedreht wer-den muß. Die Schrauben übertragen das Drehmoment! Wer zu fest dreht, reißt evtl. die Schrauben aus den Gewinden – bei meinem Exemplar saßen zwei nur mit wenigen Drehungen im Gewinde!

Zweites „Achtung!“

Der Spiegel mit Führungsrohr sitzt ohne Sicherung auf dem Blendrohr. Die einzige Fixierung ist der Fokussierknopf! Schraubt man den ab und hält den Tubus nach unten, kann die Spindel durch die Öffnung rutschen und das Führungsrohr samt Spiegel gleitet langsam vom Blendrohr, nur von der Adhäsion des Schmierfettes aufgehalten.

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Also entweder mit dem Entfernen des Knopfes warten oder in der Waagrechten drehen!

Die ganze Einheit sieht dann so aus:

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Eine Nahaufnahme zur Verdeutlichung:

Unten die weiße Abschlußplatte, darüber die schwarze Hauptspiegelträgerscheibe mit dem umlaufenden Gewinde und der Fokussiererbefestigung.

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Nimmt man den Spiegel mit Führungsrohr vom Blendrohr herunter, wird die Spiegelträgerscheibe (eigentlich nur ein Ring) sichtbar …und das rötliche Chinafett. Das kann man gleich gegen ein gutes lithiumverseiftes Schmierfett tauschen.

Das Blendrohr ist fest mit dem Schlußplatte verschraubt.

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Jetzt wird auch die illustre Funktionsweise bzw. die Justierung klar:

Die mit dem Tubus mechanisch nicht verbundene (weiße) Schlußplatte, die sämtlichen Einflüssen wie Stößen und Anfassen bei Transport und Aufbau etc. ausgesetzt ist, richtet das Blendrohr aus! Die Platte ist nur mit den drei Zugschrauben mit dem im Tubus eingeschraubten Spiegelträgerring verbunden. Zieht man die Zugschrauben an, wird die Schlußplatte zum Spiegelträgerring gezogen. Aufgehalten wird sie erst vom Tubusrand. Den Spielraum bestimmt der eingelegte Gummiring zwischen Tubusrand und Schlußplatte! Das Gegenlager gegen den Zug bildet das schmale Gewinde des Spiegelträgers im Tubus.

Der Umbau:

1. Abschlußplatte mit den Zug- und Druckschrauben:

Darin sitzen (in klassischer chinesischer Bauweise) die Zug- und Druckschrauben jeweils 60 Grad voneinander entfernt. Um Verspannungen zu vermeiden, sollten sie nebeneinander sitzen.

Darum: wie es W. Höhle vormachte, drei kleine Alublöcke genommen (nicht höher als 0.8 cm) und je zwei Gewinde hineingesetzt. Nun in die Schlußplatte für jeden der drei Blöcke ein Loch für eine Befestigungsschraube und eines für die Druckschraube bohren. Die Klötze innen festschrauben, anschließend die Druckschrauben eindrehen.

Von außen sieht das nun so aus:

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Um dem Ganzen mehr Stabilität zu geben, habe ich Norberts Tipp folgend Druckfedern eingebaut: Die alten, nicht mehr benötigten Druckschraubengewinde haben genug Futter, um sie auszuhöhlen und Federn einzusetzen. Damit die Federn nicht seitlich wegspringen, wurden in den Spiegel-trägerring von oben drei Schrauben als Führungsstifte eingedreht.

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2. Hauptspiegelträger

Zuerst ein Blick auf das Gewinde im Tubus.

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Die Gewindetiefe ist gering. Die Breite des Gewindes ist außerdem zu groß, denn der Spiegelträgerring wird nicht bis zum unteren Ende (quasi bis zum Anschlag) eingedreht, sondern nur „bis irgendwo ungefähr“. Es gibt keine exakt reproduzierbare Eindrehtiefe des Spiegelträgers im Tubus. Darum erreichen manche Zugschrauben nur gerade noch so ihr Gewinde!

Die Gewindegänge sind nicht sauber. Bei jeder Drehung des Rings lösen sich feine Späne! Dreht man ihn zwei-, dreimal heraus und wieder rein, leiert das Gewinde aus und hält den Ring nicht mehr wackelfrei fest!

Um das zweifelhafte Tubusgewinde als einzige Fixierung zu entlasten, wurden drei, je um 120 Grad versetzte, Gewindelöcher durch den Tubus in die Seitenwand des (zuvor eingeschraubten) Spiegelträgerrings gesetzt.

Drittes Achtung

Hier muß genau gemessen werden. D.h. der Abstand von Spiegelträgerring und Abschlußplatte muß richtig sein, damit die Eindrehtiefe bestimmt werden kann und die Löcher im Tubus an der richtigen Stelle sitzen! Um das etwas einfacher zu machen, wurden die Tubuslöcher als Langlöcher gestaltet, um für alle Fälle für die Eindrehtiefe etwas Spielraum zu haben bzw. die Platte höher oder tiefer im Tubus zu platzieren.

Nach Eindrehen des Spiegelträgerrings wird dieser jetzt durch die drei Schrauben absolut fest mit dem Tubus verbunden! Da bewegt sich nichts mehr ungewollt! (Bild siehe unten beim Tubus).

Das Ganze ist so fest, dass auf den ominösen Gummiring verzichtet werden kann!

3. Tubus

Ein Problem bei geschlossenen Systemen ist Tubusseeing durch Luftturbulenzen bzw. lange Auskühlzeit. Da hilft nur Warten. Oder Belüftung!

An der Abschlußplatte war kein Platz. Also blieb nur der Tubus selbst. In vier quadratischen Bereichen von jeweils 4×4 cm wurde der Tubus wie ein Lochgitter aufgebohrt.

Um das Eindringen von Staub zu verhindern, wurden drei Quadrate mit Lüfterfiltern und Gaze aus dem Computerzubehör abgedeckt. Das vierte Quadrat bekam den Lüfter aufgesetzt.

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4. Zwei Kleinigkeiten

Das Tubusinnere mit Blendrohr und der Konus des Sekundärspiegels wurden mit Antireflexfarbe gestrichen, da die Originalfarbe zu Reflexen neigt. Der Tubus erhielt zudem einen kleinen Tragegriff (das zu beschreiben spare ich mir).

5. Zwei Anmerkungen

Der (abschraubbare) Okularanschluß hat 1,25“. In diversen Foren wird öfter diskutiert, ob sich ein 2“-Anschluß lohnt. Manche argumentieren dagegen wegen des Blendrohrs von nur 31 mm Durch-laß. Andere halten dagegen mit der Möglichkeit, alle Okulare dranhängen zu können und dem trotz Vignettierung größeren erreichbaren Feld. Ich habe es ausprobiert und letztlich den Originalauszug belassen.

Nach dem Umbau zeigte sich der Himmel leider über Wochen ungnädig. Da ich nicht über einen künstlichen Stern verfüge, entschloß ich mich, den MAK nach München zu Herrn K. Kloß (Teleskop-Spezialisten) zu senden für die Justierung. Nein, ich bekomme dafür nichts. Aber wenn jemand einen Service kompetent, gut und „preis-wert“ erledigt, sage ich das auch.

Der Umbau hat sich jedenfalls gelohnt. Die Optik rechtfertigt die Modifikation der Mechanik. So habe ich mit dem Mak ein leichtes und kompaktes Teleskop mit hohem Spaßfaktor.

 

 

BEO Sternwarte 07.02.2014

 Beobachtungsabend Sternwarte 07.02.2014

Nachdem tagsüber das Sturmtief auch über die Rheinebene dunkle Wolken getrieben hatte, war der Himmel gegen 20.00 Uhr frei gepustet und der eindrucksvolle Wintersternhimmel präsentierte sich den 40 Besuchern der Sternwarte eindrucksvoll klar.

Neben der üblichen kurzen Einführung in einige Grundbegriffe ging es ans Beobachten. Das C9 in der Kuppel begann mit dem Blick auf den 8 Tage alten Halbmond. Da gab es dann ab und zu ein erstauntes „Oh“ zu hören, wenn die von Fotos bekannten Formationen plötzlich mit eigenen Augen zu sehen waren. Natürlich durfte auch das derzeitige Glanzlicht, der Riesenplanet Jupiter, nicht fehlen.

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Bild von Jupiter an diesen  Abend, Fotografiert von der Sternwarte

Wer warm eingepackt war und den fallenden Temperaturen sowie der fortschreitenden Stunde trotzte konnte zum Schluss noch einen Blick auf das 12 Millionen Jahre alte Licht der Supernova SN2014J in der Galaxie Messier 82 werfen.

Nebenbei war es interessant, wie viele unserer Besucher zwar selbst ein Teleskop besitzen, sich aber zu unsicher sind, damit ihrem Interesse nachzugehen. Vielleicht bieten wir diesen Sommer wieder an, sein Teleskop unter den Arm zu klemmen und zu uns zu kommen. Wir nehmen uns gern die Zeit, das Instrument bei Bedarf richtig einzustellen, den Umgang zu erklären und Tipps fürs eigene Beobachten zu geben.

Für uns war es wieder ein schöner Abend, um unseren Besuchern ein bisschen die Schönheit der Sterne näher zu bringen.

Hier finden Sie eine Karte, woher unsere Besucher die letzten 2 Monaten kamen.

Lovejoy

 

12.11.13, 03.00 Uhr 4“/ f5 mit 30x LEO Ziel: Komet C/2013 R1 Lovejoy Innerhalb von 10 Minuten bereits deutlich sichtbare Positionsveränderung, sehr schnell unterwegs. Farbe weiß bis hell-grünlich. Sehr ausgeprägte Koma mit ca. 16′; heller leicht länglicher Kern. Gesamthelligkeit um 6m! Schweif eher indirekt, aber zu sichten. Länge schwer zu bestimmen. Insgesamt als Beobachtungsobjekt sehr eindrucksvoll. Ein Komet, der sich sehen lassen kann – und das auch tut, hahahaha.

P.S. Ich schenke es euch und mir, den Rest an Beobachtungen über drei Stunden dieser sehr klaren, mit außergewöhnlich guter Durchsicht bis runter zum Horizont blumig zu schildern. Wer draußen war, hatte eine wunderbare Nacht; wer nicht, hatte es warm. Ja: ich muß jetzt auch arbeiten gehen, aber diese Nacht war es wert, eine der ganz seltenen im Jahr.

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